Tatort: Oben und Unten


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   2009
Tatort: Oben und Unten Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Oben und Unten: Die Kommissare Ritter und Stark ermitteln in den Berliner U-Bahn-Katakomben.

Stundenlang ist ein Toter in der U-Bahn kreuz und quer durch Berlin gefahren. Es handelt sich um einen Unternehmer, der vor Jahren für einen riesigen Bauskandal gesorgt hat. Nach der Rückkehr aus dem Ausland hat er sein illegales Treiben fortgesetzt; bis ihm jemand für immer das Handwerk gelegt hat. Einem Elektriker war der Baulöwe offenbar besonders verhasst, aber auch seine Witwe hat kein Alibi.

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  • Stundenlang ist er kreuz und quer durch Berlin gefahren. Niemand wollte wissen, ob er eine Fahrkarte hat. Es wäre auch unerheblich gewesen: Der Mann ist tot. Der Geldkoffer, den er bei sich hatte, ist verschwunden. Immerhin hatte er genügend Feinde: Horst Baumann hat vor Jahren für einen der größten Bauskandale in der Geschichte der Stadt gesorgt und diverse Handwerksfirmen fast in die Insolvenz getrieben. Danach war er für einige Jahre verschwunden.

    Nun, nach der Verjährung, ist er mit junger neuer Ehefrau (Muriel Baumeister) zurückgekehrt. Für die meisten seiner einstigen Opfer ist der Skandal vergessen. Bloß Elektriker Rothe (Bruno F. Apitz) ist nie mehr auf die Beine gekommen. Als Kommissar Stark bei Rothe ein Zimmer entdeckt, das mit Artikeln über den Bauunternehmer buchstäblich tapeziert ist, haben er und sein Kollege Ritter (Dominci Raacke) ihren Hauptverdächtigen. Aber auch Baumanns Frau hat kein Alibi. Das Ehepaar hat sich am Abend vor dem Mord heftig gestritten: Wegen einer völlig falschen Statikberechnung muss ein millionenschwerer Gebäudekomplex wieder abgerissen werden.

    Natürlich wären diese Lösungen viel zu einfach. Tatsächlich verbirgt sich hinter der Tat eine Familientragödie. Ungleich faszinierender als die eigentliche Handlung sind ohnehin die Ermittlungen Ritters in der Unterwelt: Das völlig undurchschaubare Tunnelsystem unter der Stadt mit seinen Seitenarmen und Luftschutzbunkern ist ein ungemein reizvoller Handlungsort. Hier haust ein etwas wunderlicher Künstler, den Harald Schrott als herrliche Mischung aus Wohlstandsverweigerung und Avantgarde verkörpert.

    Wunderbar ist auch die Szene, in der Ritter und Stark ausprobieren, ob man am helllichten Tag einen leblosen Körper über die U-Bahnsteige transportieren könnte, schließlich ist der Fundort der Leiche nicht der Tatort; der Künstler hat den leblosen Baumann „wieder in Umlauf gebracht“. Ob huckepack, wie einen Sack Kartoffeln oder schließlich in der Schubkarre: Kein Mensch kümmert sich um die Kommissare. Selbstredend hat Natja Brunckhorst, einst als Darstellerin der Christiane F. („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) bekannt geworden und seit einigen Jahren vorzugsweise als Autorin tätig, auch die Unterwelt streng metaphorisch gemeint: Schließlich gebe es in Deutschland „nur eine Stadt, die sowohl im architektonischen wie auch im sozialen Sinn dieses starke Gefälle von Oben und Unten hat.“ Alle Metaphorik aber ändert nichts daran, dass der Film (Regie: Nils Willbrandt) nach zwanzig Minuten an Spannung einbüßt. tpg.

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