Tatort: Hitchcock und Frau Wernicke


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   2010
Tatort: Hitchcock und Frau Wernicke Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Hitchcock und Frau Wernicke: Berliner Tatort, inspiriert von Hitchcocks berühmtem Klassiker "Fenster zum Hof".

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Kritikerrezensionen

  • Dominik Graf hat kürzlich beklagt, dass man aufgrund des allgemeinen Sparzwangs im TV-Krimi nur noch Verfolgungsjagden im Treppenhaus inszenieren könne. Dieser „Tatort“ aus Berlin zeigt, wie man auch mit überschaubaren Mitteln neunzig Minuten Spannung erzeugen kann. Dass Autor und Regisseur Klaus Krämer aus der Not eine Tugend macht und seine Hommage an Alfred Hitchcock als Kammerspiel inszeniert, erhöht den Reiz sogar noch.

    Winziger Wermutstropfen ist allein die Tatsache, dass Krimi-Freunde wieder mal flotter kombinieren werden als die Polizei. Aber das ist beim Berliner „Tatort“ nichts Neues und ohnehin bloß ein Einwand, der die Freude an der Geschichte nicht schmälert: Eine alte Frau, die sich ihren späten Lebensabend mit neugierigen Blicken in die Wohnungen auf der anderen Seite des Hinterhofs vertreibt, ist überzeugt, einen Mord beobachtet zu haben. Frau Wernicke (Barbara Morawiecz) hat gesehen, wie ein Mann seiner Frau etwas in die Suppe träufelte; dann ging das Licht aus. Später ist er mit großen Messern im Badezimmer verschwunden und mit Koffern wieder rausgekommen. Ritter und Stark (Dominic Raacke, Boris Aljinovic) statten dem Beschuldigten Weinhändler Benkelmann (Hans-Jochen Wagner) einen Besuch ab. Er ist freundlich und kooperativ, hat offenkundig nichts zu verbergen, und seine Gattin ist am frühen Morgen nach Lissabon aufgebrochen. Dann aber stellt sich raus, dass die alte Frau am angeblichen Mordabend Alfred Hitchcocks Thriller „Das Fenster zum Hof“ gesehen hat: mit James Stewart als an den Rollstuhl gefesselten Fotoreporter, der überzeugt ist, im Haus gegenüber einen Mord beobachtet zu haben. Bei aller Zuneigung zu der einsamen Frau Wernicke: Jetzt sind die Ermittler sauer. Am nächsten Tag ist die vermeintliche Zeugin jedoch spurlos verschwunden; und im Süden wird eine zerstückelte Frauenleiche gefunden, bei der es sich eindeutig um Frau Benkelmann handelt.

    Krämer inszeniert seinen stillen Thriller betont konservativ: mit sparsamen Kamerabewegungen, langen Einstellungen und sehr akzentuiert eingesetzter Musik. Natürlich ist „Hitchcock und Frau Wernicke“ stilistisch längst nicht so konsequent wie das berühmte Original (bei Hitchcock bleibt die Kamera mit Ausnahme einer Szene ständig bei James Stewart). Und um gleichfalls als Parabel auf den allgemeinen Voyeurismus durchzugehen, müsste der Film auch ungleich radikaler sein. Ein Vergnügen ist er trotzdem, wenn auch nicht im vordergründigen Sinn. Krämers „Tatort“ ähnelt einem Finale, in dem lange Zeit kein Tor fällt: In fußballerischer Hinsicht ist es vielleicht kein Leckerbissen, aber dafür unerhört spannend. Krämer schürt diese Spannung sehr geschickt, zumal er Hans-Jochen Wagner ausgezeichnet doppelbödig agieren lässt.

    Das Drehbuch lässt sich übrigens gleichfalls in zwei Halbzeiten aufteilen: Die Parallele zum Hitchcock-Klassiker fällt den beiden Ermittlern exakt zur Hälfte auf; und jetzt beginnt der Fall quasi wieder von vorn. tpg.

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