Tatort: Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen


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   2010
Tatort: Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen: Die Berliner Kommissare untersuchen den Tod eines Künstlers, wobei zunächst unklar ist, ob es sich um Mord, Selbstmord oder einen Unfall handelt.

Am Morgen einer Ausstellungseröffnung wird ein weltberühmter Künstler erschlagen inmitten seiner jüngsten Installation gefunden. Angesichts der zu erwartenden Wertsteigerung fällt der Verdacht automatisch auf seine Galeristin und einen Kunsthändler. Der Mord riecht allerdings nach Beziehungstat. Tatsächlich hätten einige Menschen aus dem persönlichen Umfeld des Toten erstklassige Motive, allen voran der Assistent, den der Künstler stets wie einen Fußabtreter behandelt hat.

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Kritikerrezensionen

  • Der für einen Krimi recht kompliziert klingende Titel hat durchaus seine Berechtigung: In diesem „Tatort“ aus Berlin geht es um weit mehr als bloß eine schlichte Mördersuche. Zunächst ist ohnehin nicht klar, dass es sich beim verfrühten Ableben des gefeierten Künstlers Hanns Helge um ein Verbrechen handelt.

    Das ergibt sich erst durch die Rekonstruktion seiner Installation, unter der er, erschlagen von einer massiven Glasplatte, aufgefunden wird. Die Tat hat sich just am Vorabend einer Ausstellungseröffnung zugetragen, und da es im Kunsthandel um große Summen geht, drängen sich prompt zwei Menschen auf, die vom Tod des Mannes profitieren werden: die Galeristin Oona von Wilm (Karoline Eichhorn, unter den wilden Locken kaum zu erkennen) und der Kunsthändler Urs Büchner (Bernhard Schütz).

    Aber die Untat und ihre Aufklärung sind nur die eine Seite dieser recht ambitionierten Geschichte; schließlich stammt das Drehbuch von Beate Langmaack, die ihre Stoffe gern gegen den Strich bürstet (wie erst kürzlich die familiäre Tragikomödie „Alles Liebe“). Diesmal genießt es die Autorin förmlich, das Thema nach allen Regeln der Kunst zu sezieren. Gezielte Bloßstellungen bleiben dabei nicht aus. Wie schon in „Alles Liebe“, so haben auch hier sämtliche Beteiligte einen Knacks; bei Künstlern nennt man das allerdings Extravaganz. Die Kommissare Ritter und Stark (Dominik Raacke, Boris Aljinovic) gehen jeder auf ihre Art mit dieser fremden Welt um: Ritter schwankt zwischen Abscheu und Empörung, der kunstbewanderte Stark lässt sich sogar auf einen Flirt mit der Galeristin ein.

    Auf diese Weise entwickelt die Geschichte ihre Faszination auf mehreren Ebenen; vorausgesetzt, man empfindet einen gewissen Reiz dabei, sich auf den metaphysischen Teil der Handlung einzulassen. Vordergründig geht es natürlich um die Tätersuche, und weil sich Morde im Fernsehen regelmäßig als Beziehungstat entpuppen, nehmen die Ermittler selbstredend auch die Menschen in Helges Umfeld unter die Lupe; seine Muse Patty (Josefine Preuß) zum Beispiel, vor allem aber seinen Assistenten Markus Kuhn (Joram Voelklein), einst ein Kommilitone des Meisters, der seine eigene Karriere aber aufgegeben hat. Der Mann war für Helge, den aktuell teuersten deutschen Künstler, nicht bloß Mädchen für alles, sondern offenbar auch Fußabtreter.

    Faszinierender aber ist die Auseinandersetzung mit Helges Werk, mit der Suche nach Symbolen für die Vanitas, die Vergänglichkeit alles Irdischen. Auf dieser Erzählebene erhält auch der Titel seine Berechtigung. Und damit das Thema dem coolen Ritter garantiert unter die Haut geht, erfindet Langmaack einen Onkel (Tilo Prückner), den sie gleich wieder sterben lässt. Ritter ergeht es nun wie all den anderen Hinterbliebenen in TV-Krimis, die den Tod eines Angehörigen nicht akzeptieren wollen, zumal Onkel Klaus auch noch freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Darüber hinaus erfreut der Film durch viele Details, die zwar nicht der Wahrheitsfindung dienen, aber für die Hingabe aller Beteiligten sprechen (Regie: Christine Hartmann). Max von Thun muss diese Qualität erahnt haben: Er spielt die vergleichsweise winzige, für die Geschichte aber natürlich enorm wichtige Rolle des Künstlers, der sich – von kurzen Rückblenden abgesehen – nach sechs Minuten aus dem Reigen der handelnden Personen verabschiedet. tpg.

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